Etappe 1: Freiburg – Riga

Etappe 1: Freiburg – Riga

Etappe 1: Freiburg – Riga

14. Juli - 22. Juli, Kilometer 0 - 2592,5

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Teil 1: Freiburg – Stettin

Wer kennt es nicht? Ob beruflich oder privat, man plant ein Vorhaben nach bestem Wissen und Gewissen, holt Ratschläge von Familie, Freunden und Kollegen ein und malt sich schlussendlich ein ideales Ergebnis aus. Legt man dann los funktioniert das Projekt einige Zeit wunderbar bis sich die erste Situation auftut  in der eine Anpassung des “idealen” Ablaufs notwendig ist.
In diesem Fall heißt das Projekt “Eurotour”, Start ist Freiburg, Ziel ist Freiburg und die 20.000 km dazwischen sollten selbstverständlich so verlaufen wie ich mir das vorgestellt habe. Pustekuchen! Der liebe Fussballgott formuliert den wohl schönsten Änderungsantrag ever: Deutschland wird Weltmeister, die N11 landet am 15. Juli in Berlin und mein Bruder und ich sollen mit ein paar anderen Fussballfans einen standesgemäßen Empfang feiern. Gern geschehen! Stettin, das eigentliche Ziel für diesen Tag, kann warten. So machen wir uns am Montag, 14.07. auf den Weg Richtung Hauptstadt, nächtigen auf einem äußerst preiswerten und gemütlichen Campingplatz in Neuseddin und machen uns tags darauf auf den Weg zur Fanmeile. Diese ist um 9h bereits so überfüllt, dass wir uns entschließen einen Platz zu suchen an dem wir mehr sehen können als Hinterköpfe, Fahnen und eine Leinwand. So verschlägt es uns nach einiger Zeit in die Luisenstraße, wo wir auf einer ca. 3m hohen Mauer einen hervorragenden Spot finden, um die Weltmeister auf Augenhöhe feiern zu können.
Anschließend leitet uns Steffen, den wir während der Parade kennen gelernt haben, vorbei am Chaos auf schnellstem Wege zum Alexanderplatz. Mit dem RE sind wir 30min später in Potsdam wo wir unseren Camper abgestellt haben. Wir kaufen noch etwas für’s Abendessen ein und machen uns auf den Weg nach Stettin…

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Teil 2: Stettin – Danzig – Klaipeda

Nachdem der erste Bericht verfasst ist und die Fotos für den Internetauftritt zurechtgemacht sind machen wir uns um die Mittagszeit auf den Weg nach Danzig. Wir sind erstaunt wie langsam man voran kommt und so ist es bereits 19h, als wir den Campingplatz in Stegna erreichen. Am nächsten Vormittag legen wir uns an den schönen Sandstrand und genießen das perfekte Wetter, als wir gegen 13h aufbrechen ist der bereits völlig überfüllt. Nachmittags fahren wir mit mit dem Bus nach Danzig. Die 60 minütige Fahrzeit ist schnell herum, da im Linienbus WLAN in super Qualität verfügbar ist – ein Gruß aus Polen ins traute Hochtechnologieland. In Dazig angekommen erkunden die detailverliebt aufgehübschte Innenstadt, geneuer gesagt die Rechtstadt.

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Am Freitag machen wir uns früh auf den Weg nach Klaipeda. Da es keine Fährverbindung von Danzig zu unserem nächsten Ziel gibt, haben wir eine Tour von ca. 650km vor uns. Wir durchqueren den polnischen Teil der Masuren, die mit schönen Landschaften Seen, Felder und langen Alleen absolut sehenswert sind. Auf der E67, der sogenannten Via Baltica, angekommen, können wir auch zu unserer Zufriedenheit etwas mehr Fahrt aufnehmen und können so Kilometer um Kilometer abspulen. Die Landschaft verändert sich nur langsam, kurz vor Klaipeda fühle ich mich allerdings hin und wieder an die Toskana mit ihren sanften, bewirtschafteten Hügellandschaften erinnert. Unser Campingplatz ist ca. 10km nördlich vom Stadtkern gelegen und somit angenehm ruhig.
Am Samstag erkunden wir vormittags die Kurische Nehrung und nachmittags den Badeort Palanga, wie sich herausstellt ein baltisches Malle für alle. Wir entscheiden uns den Sonnenuntergang am Strand bei unserem Campinplatz zu genießen und gönnen uns an der dortigen Bar ein kühles Bier. Sonntag Vormittag fahren wir in die Klaipedaer Innenstadt und machen eine, aus Zeitgründen ziemlich oberflächliche, Stadbesichtigung.

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Teil 3: Klaipeda – Riga

Nach der Klaipedabesichtigung brechen wir auf nach Riga. Laut Reiseführer ist ein Halt am “Berg der Kreuze” Pflicht und so tun wir das auch. Durch ein aufziehendes Gewitter steigt eine etwas düstere Atmosphäre auf. Die hölzernen und eisernen Kreuze auf dem weit und breit einzigen Hügel scheinen nicht gerade der beste Ort zu sein um bei einem Gewitter zu verharren, so entscheiden wir uns zügig weiterzufahren.
In Riga angekommen gönnen wir uns in einem auf mittelalterlich getrimmten Restaurant ein zünftiges Abendessen. Die Schweinshaxe wird eventorientiert am Spieß serviert. Die einheheimischen Herren vom Nebentisch nicken mir wohlwonnend zu und gratulieren zur Essenswahl. Julians Ente steht dem Schwein geschmacklich jedoch in nichts nach. Dass im Nebenraum eine sehr zierliche Frau die selbe Portion verdrückt wundert mich sehr, ich war jedenfalls voll bis Oberkante Unterlippe und so kamen wir nicht um den obligatorischen Wodka herum. Auf dem Heimweg machten wir noch einen Einkehrschwung in einer Kneipe mit paradiesischer Bier- und Whiskyauswahl. Der Kellner bemerkte sofort unser dezent vorgetragenes “Interesse” an der meterlangen Zapfanlage und berät uns so lange, incl. Probe, bis wir unser Bier (Julian Brengulu, ich Tris Indiani) gewählt hatten. Nebenbei läuft ein Futsalspiel auf Eurosport Live, das Russland gegen Brasilien mit 8:4 gewinnt. Der Kellner merkt an, dass es wohl nicht das Jahr der Brasilianer ist und gratuliert uns zum WM-Titel.
Montag machen wir uns am Nachmittag auf zur Stadtbesichtigung. Da die Museen geschlossen haben, sind wir bereits nach 3h fertig und machen uns auf den Weg zum zentrumsnahen City-Camping. Kniffel, Vesper und ein Kühles Blondes runden einen gelungenen Tag ab.

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